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Wurzelspitzenresektion (Behandlung & Kosten)

Die Wurzelspitzenresektion, also die Entfernung der Wurzelspitze, ist ein chirurgischer Eingriff, der eine neue Chance bietet, den Zahn zu erhalten, auch wenn die herkömmliche Wurzelbehandlung bereits versagt hat. Ärzte sprechen hierbei nicht selten von der „letzten Chance“, den Zahn zu retten. Eine Wurzelspitzenresektion kann aus mehreren Gründen erforderlich werden. Für Sie ist es einerseits wichtig, diese Gründe zu kennen, was Sie aber ebenfalls interessieren sollte, ist, wie dieser Prozess an sich abläuft. Nach einem chirurgischen Eingriff steht die Heilungsphase an. Deshalb erklären wir in diesem Artikel auch, wie sie in dieser Phase am besten handeln sollten.

Was ist eine Wurzelspitzenresektion?

Bei einer Wurzelspitzenresektion wird entzündetes Gewebe einer Zahnwurzel operativ entfernt. Ziel dieses Verfahrens, das auch Wurzelspitzenverkürzung genannt werden kann, ist die Erhaltung des Zahns. Innerhalb der Oralchirurgie handelt es sich um einen Eingriff, der hauptsächlich an den Frontzähnen und Vorbackenzähnen durchgeführt wird. Bei anderen Zähnen ist der zu behandelnde Bereich schwer zugänglich. 

Der grundlegende Unterschied zur Wurzelkanalbehandlung liegt darin, dass bei letzterer die Entzündung von innen herangegangen wird, während bei der Wurzelspitzenresektion die Behandlung von außen stattfindet. Wie das im Detail funktioniert, wird weiter unten erklärt. Oft werden aber auch beide Verfahren gleichzeitig durchgeführt. Danach muss der Wurzelkanal immer verschlossen werden, damit keine neuen Bakterien eindringen können. Was ebenfalls wichtig zu wissen ist, ist, dass diese Eingriffe nur dann durchgeführt werden, wenn davon auszugehen ist, dass der Zahn noch erhalten werden kann. 

Wann muss eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt werden?

Die Wurzelspitzenresektion ist eine gängige Methode zahnerhaltender Behandlungen. Sie kommt nur dann als operative Lösung in Frage, wenn nach dem Eingriff voraussichtlich noch mindestens zwei Drittel der Zahnwurzel intakten bleiben werden. Wann kann also eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt werden? Als erstes gibt es die Möglichkeit, dass eine herkömmliche Wurzelkanalbehandlung nicht erfolgreich war, eine solche Behandlung aufgrund der Krümmung des Wurzelkanals überhaupt nicht infrage kommt, oder dass die Entzündung bereits so weit fortgeschritten ist, dass eine Wurzelkanalbehandlung einfach nicht mehr ausreichen würde. Eine Behandlung der Zahnwurzel kann außerdem auch wegen seiner Form, Lage und seinen Zustand unmöglich werden. 

Die zwei verbleibenden Möglichkeiten sind es nun, den Zahn zu ziehen, oder eine Wurzelspitzenresektion durchzuführen. Letzteres ist natürlich die vorteilhafte Variante, da so der Zahn erhalten bleibt. Ein weiterer Grund für diese Behandlung ist, dass sich um die Zahnwurzel herum eine Zyste befindet. Zysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, die sich im Gewebe befinden und von einer Kapsel umgeben sind. Die Kapsel übt einen Druck auf die Knochen aus und macht somit eine Wurzelspitzenresektion erfordert. Auch wenn das Wurzelfüllmaterial zu großen Teilen durch den Wurzelkanal an der Wurzelspitze gedrückt wird und in das Knochengewebe gelangt, was zu Beschwerden führt und wenn es nicht möglich ist, den Wurzelkanal während der Wurzelfüllung auszutrocknen, sind Gründe für diese Behandlungsmethode.

Wie Sie bereits wissen, dient eine Wurzelspitzenresektion dazu, einen entzündeten Zahn zu retten. Sie kommt also auf jeden Fall bei einer Entzündung zum Einsatz, doch die Ursachen einer Entzündung können vielfältig sein. Schauen wir Sie uns genauer an. Es kann viele Fälle geben, in denen eine Wurzelspitzenresektion die einzige Lösung ist, um den Zahn zu erhalten. Die häufigsten solcher Fälle sind:

  • Ein Teil des Kanalsystems des Zahns ist mit den verwendeten Instrumenten nicht vollständig erreichbar, zum Beispiel weil die Zahnwurzel gekrümmt ist und daher nicht gereinigt werden kann. Eine herkömmliche Wurzelbehandlung kann also nicht in Frage kommen.
  • Um die Wurzelspitze herum findet ein chronischer Entzündungsprozess statt, der trotz vorheriger Behandlungen nicht von allein abklingt. Wenn also eine Wurzelkanalbehandlung mehrmals fehlgeschlagen ist, versucht man es mit einer Wurzelspitzenresektion, um den Zahn nicht ziehen zu müssen.
  • Um die Zahnwurzel herum befindet sich eine Zyste: Eine Zyste ist eine mit einer Kapsel abgeschlossener und mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum im Gewebe. Die Kapsel übt Druck auf den Knochen aus und schädigt ihn kontinuierlich. Das ist ebenfalls nicht mit einer Wurzelkanalbehandlung lösbar, hier kommt also auch die Wurzelspitzenresektion zum Einsatz. 
  • Wird das Wurzelfüllmaterial bei einer Wurzelbehandlung zu großen Teilen durch die Wurzelspitze in das Knochengewebe gedrückt, führt dies zu Beschwerden. In diesem Fall schlagen Zahnärzte ebenfalls eine Wurzelspitzenresektion vor. 
  • Wenn es nicht möglich ist, den Wurzelkanal während der Wurzelfüllung auszutrocknen, kann auch keine Wurzelkanalbehandlung erfolgen. Um also die Entzündung zu entfernen, muss hier erneut auf eine Wurzelspitzenresektion gesetzt werden. 

Gibt es Gründe gegen eine Wurzelspitzenresektion?

Doch eine Wurzelspitzenresektion ist nicht immer die Lösung. Es gibt auch einige Fälle, in denen ausdrücklich von einer Wurzelspitzenresektion abgeraten wird.

Damit die Operation erfolgreich verläuft, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein. Schauen wir uns also an, wann ein Eingriff nicht empfohlen wird:

  • Die Wurzelfüllung füllt den Wurzelkanal nicht lückenlos aus. In diesem Fall lohnt es sich, diese vor der Operation auszutauschen. 
  • Wenn der zahn nicht die angemessene Länge hat. Bei der Wurzelspitzenresektion werden mindestens 2-3 mm, maximal aber ein Drittel der Zahnwurzel entfernt. Wenn also die Zahnwurzel nicht lang genug ist und nicht ausreichend Zahnwurzel zur Entfernung vorhanden ist, würde der Zahn instabil werden.
  • Als nächsten Grund zählen Experten die falsche Lage anatomischer Strukturen: Wenn diese Strukturen zu nah am Zahn liegen, besteht ein hohes Verletzungsrisiko. So kann das beispielsweise bei den Backenzähnen im unteren Kiefer der Fall sein. Die naheliegenden Nerven im Unterkiefer stellen hierbei ein Risiko dar. 
  • Außerdem wird von einer Wurzelspitzenresektion abgeraten, wenn in der Nähe des Zahn eine tiefe Tasche vorhanden ist, die bis zur Wurzelspitze reicht.
  • Auch wenn der Knochen, der den Zahn umgibt, eine erhebliche Zerstörung erlitten hat und die Stabilität des Zahns unzureichend ist, wird von dieser Prozedur abgeraten.
  • Letztlich spricht es noch beispielsweise gegen diese Operation, wenn der Patient aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes eine Operation nicht vertragen würde. 

In all diesen Fällen hilft nur noch die letztmögliche Lösung – die Entfernung des Zahns. Dies gilt es bestmöglich zu vermeiden. Regelmäßige Untersuchungen und eine richtige Zahnpflege sind hier die Stichworte. Aber wenn es schon zu spät ist und bereits eine Entzündung entstanden ist, kann man diese mit Antibiotika behandeln.

Symptome einer Entzündung, die womöglich eine Wurzelspitzenresektion erfordert

Doch bevor wir über die Behandlung reden, müssen wir erstmal klären, wodurch sich eine Entzündung bemerkbar macht. Die Entzündung an der Wurzelspitze wird von sehr unangenehmen Symptomen begleitet. Sie kann aufgrund einer bakteriellen Infektion entstehen, entweder bei einem unbehandelten Zahn oder als Folge einer falsch aufbereiteten Wurzelkanalbehandlung. 

Sie wissen jetzt schon, in welchen Fällen eine Wurzelspitzenresektion erfolgen sollte, doch woran können Sie eigentlich eine Entzündung merken? Eine Entzündung wird von sehr unangenehmen Symptomen begleitet. Hervorgerufen wird sie entweder durch eine bakterielle Infektion oder durch eine fehlerhafte Wurzelkanalbehandlung. Egal wie die Entzündung entsteht, bei einem Verdacht sollten Sie schnellstmöglich zum Zahnarzt. 

Wenn Sie folgende Symptome wahrnehmen, ist der Verdacht auf eine Entzündung groß:

Als erstes reagiert das Zahnfleisch empfindlich auf jeglichen Druck. Vor allem ist dies im Bereich der Wurzelspitze der Fall. Passend dazu merken Patienten mit einer Entzündung auch ein rotes und angeschwollenes Zahnfleisch. Weiter kann es zur Bildung von unterschiedlichen Strukturen im Bereich der Wurzelspitze kommen. Genauer gesagt kann sich entweder ein Granulom, eine Zyste oder ein Abszess bilden. Letztendlich ist es noch wichtig zu erwähnen, dass diese ganzen Symptome auch im Sinus auftreten können, wenn die Zähne im oberen Kiefer von der Entzündung betroffen sind. 

Wenn die Entzündung schwerwiegend ist, muss sie vor der Wurzelspitzenresektion beseitigt werden. Dazu stehen einem einige Möglichkeiten offen. So bietet sich neben einer Antibiotika Kur eine zahnerhaltende Behandlung oder auch eine vorbeugende, oralchirurgische Maßnahme an.

Die Symptome lauten also wie folgt:

  • An der Wurzelspitze des Zahns kann das Zahnfleisch schmerzhaft auf Druck reagieren.
  • Das Zahnfleisch um den betroffenen Zahn ist schwillt an und wird rot 
  • An der Wurzelspitze kann sich ein Granulom, eine Zyste oder ein Abszess bilden
  • Das Ganze kann auch im Sinus auftreten, wenn die oberen Zähne an der Entzündung beteiligt sind.

Bei der Wurzelspitzenresektion erfolgt, wie bei allen oralchirurgischen Eingriffen, der Eingriff erst wenn die Entzündung beseitigt ist. Die angewandte Methode richtet sich nach dem Zustand des entzündeten Zahns. Dabei kann entweder eine Antibiotika-Kur, eine zahnerhaltende Behandlung, oder möglicherweise eine vorbeugende oralchirurgische Behandlung vorgenommen werden.

Sobald die Entzündung beseitigt ist, kann die Wurzelspitzenresektion erfolgen.

Wie viel kostet eine Wurzelspitzenresektion?

In den Kosten einer Behandlung sind immer die Kosten für die verwendeten Materialien und Instrumente, die Instandhaltungskosten einer Zahnarztpraxis sowie das Honorar des Zahnarztes enthalten. Es ist also nicht überraschend, dass je komplexer und länger die Behandlung, desto höher die Kosten entsprechend ausfallen. Bei einer Wurzelspitzenresektion beeinflussen drei Faktoren die Höhe der Kosten. Neben der Lage des Zahns und dem Zustand der Zahnwurzel ist auch noch der Umfang der Entzündung ausschlaggebend. 

Beispielsweise kann die Lage des Zahns ihn schwer zugänglich machen und ein schlimmer Zustand erhöht ebenso die Komplexität der Behandlung. Allerdings geht man bei einer Wurzelkanalbehandlung von einem kleinen und einfachen chirurgischen Eingriff aus, sodass die kosten nicht in die Nähe anderer Operationen kommen. 

Hinzu kommt, dass in Deutschland die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten bei den Front-, Eck- und vorderen Backenzähnen übernehmen. Bei den großen Backenzähnen ist dies nur der Fall, wenn die Zahnreihe keine Lücken aufweist, der Zahnarzt eine Verkürzung der Zahnreihe verhindert sowie wenn vorhandener Zahnersatz auch nach der Operation erhalten bleibt. Letztlich muss man noch beachten, dass die Krankenkassen lediglich die Kosten für eine gewöhnliche Wurzelspitzenresektion tragen. Das bedeutet, dass Kosten für eine Zahnfüllung durch die Wurzelspitze oder für zusätzliche Instrumente des Zahnarztes, die zur Verbesserung der Präzision dienen,  von Ihnen getragen werden müssen.  

Somit kommen Sie bei einer Wurzelspitzenresektion inklusive Füllung durch die Wurzelspitze auf um die 50€ - 100€, die mikrochirurgische Wurzelspitzenresektion (bei der der Zahnarzt spezielle Instrumente sowie ein Mikroskop verwendet) auf bis zu 600€ Eigenbeteiligung.

Ablauf einer Wurzelspitzenresektion

Als vorbereitenden Schritt muss eine Wurzelbehandlung des Zahnes durchgeführt, beziehungsweise bei einer bereits vorhandener Wurzelfüllung muss dessen Zustand überprüft werden. Von einem idealen Zustand sprechen wir dann, wenn zwischen der Wurzelbehandlung und der Zahnwurzelresektion möglichst wenig Zeit vergeht. Für die optimalen Voraussetzungen können auch beide Eingriffe gleichzeitig durchgeführt werden.

Die Operation an sich dauert etwa 30-45 Minuten. Im Gegensatz zur Wurzelkanalbehandlung wird der Bereich nicht von der Zahnkrone, sondern von der Wurzel aus angegangen. Gehen wir mal im Detail alle Schritte dieser Operation durch:

Zuerst wird die Entzündung lokalisiert, schließlich muss man ja wissen, wo sich diese befindet. Die Wurzelspitzenresektion wird nur dann durchgeführt, wenn bereits ausgeschlossen ist, dass eine Wurzelkanalbehandlung ausreichen würde. Als ersten Schritt der Operation steht die Anästhesie an. Die Operation wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt, sodass der Eingriff völlig schmerzfrei ist.

Als nächstes steht die Lappenbildung an. Dabei wird eine lappenartige Form des Zahnfleisches herausgeschnitten und abgeklappt, um einen verbesserten Zugang zum befallenen Bereich zu gewährleisten. Die Zahnwurzel wird also, wie vorhin schon beschrieben, nicht durch die Zahnkrone, sondern von außen durch den Kieferknochen erreicht. 

Nun liegt der Knochen, der die Wurzelspitze bedeckt, frei und muss abgetragen werden. Anschließend kann der Arzt die Wurzelspitze erreichen und wir kommen zum eigentlichen Teil dieser Operation, die Entfernung der Wurzelspitze zusammen mit dem entzündeten Bereich: Es ist sehr wichtig, dass das gesamte entzündete Gewebe entfernt wird, da sonst die Gefahr eine erneuten Infektion besteht. Die Zahnwurzel wird dabei meistens um ungefähr 3 mm gekürzt, in seltenen Fällen (zum Beispiel, wenn die Wurzel stark gekrümmt ist) wird auch eine stärkere Kürzung durchgeführt.

In manchen Fällen ist eine Füllung notwendig, um den Wurzelkanal im Bereich der Spitze lückenlos zu verschließen. Die letzte Aufgabe bleibt nur noch der Wundverschluss mit anschließender Röntgenaufnahme, um die Wurzelspitzenresektion zu kontrollieren.

Wann sollten Sie keine Wurzelspitzenresektion durchführen?

Zwar haben wir diese Behandlung als „letzte Chance für den Zahn“ gepriesen, dennoch kann sie nicht immer einfach so eingesetzt werden. Es müssen gewisse Bedingungen erfüllt werden, manchmal wird keine Wurzelspitzenresektion empfohlen.

Die Behandlung kann nicht durchgeführt werden, wenn die Wurzelfüllung den Kanal nicht perfekt ausfüllt. Vor dem Eingriff sollte diese getauscht werden. Außerdem müssen Zahnärzte auf die naheliegenden anatomischen Strukturen der Patienten achten. Mithilfe einer Röntgenaufnahme erkennen sie beispielsweise naheliegende Nervenbahnen, die ein zu hohes Verletzungsrisiko darstellen. So ist das beispielsweise oft bei den hinteren Backenzähnen der Fall.

Wenn der Patient unter starker Taschenbildung leidet, sodass eine Zahnfleischtasche sogar bis zur Zahnwurzel oder sogar bis zur Wurzelspitze reicht, wird ebenfalls von der Operation abgeraten. Wir haben bereits vorhin die Bedingung erwähnt, dass nach der Behandlung mindestens zwei Drittel der ursprünglichen Länge übrigbleiben müssen. Wenn das nicht gewährleistet werden kann, so ist auch von der Behandlung abzusehen. Normalerweise werden bei einer Wurzelspitzenresektion um die 2 – 3 mm entfernt, niemals aber mehr als ein Drittel des kompletten Zahns.

Natürlich kann auch keine Operation durchgeführt werden, wenn die gesundheitliche Verfassung des Patienten das nicht zulässt. Als letzte Bedingung muss der Knochen, der den Zahn umgibt, stabil genug sein.  Hat er beispielsweise eine erhebliche Zerstörung erlitten oder ist er porös, sodass er dem Zahn nicht genug Halt bieten kann, bringt eine Wurzelspitzenresektion nicht viel. Denn wenn der Knochen den Zahn nicht halten kann, fällt er mit großer Wahrscheinlichkeit nach kurzer Zeit sowieso heraus. 

All diese Fälle haben eins gemeinsam – nämlich, dass bei ihnen nur noch die Zahnextraktion hilft, die Beschwerden einer Entzündung zu lindern. Natürlich will man das vermeiden. Wie das geht? Ganz einfach: gründliche Mundhygiene und regelmäßige Untersuchungen beim Zahnarzt sind die einfachsten und wichtigsten Bestandteile eines gesunden Mundes.

Können bei der Wurzelspitzenresektion Behandlung Komplikationen auftreten?

Leider sind bei jeder Operation mit Komplikationen zu rechnen, schließlich kann es immer zu irgendeinem Problem kommen. Doch die Wahrscheinlichkeit kann durch eine gründliche Nachsorge erheblich reduziert werden. Der Schlüssel ist es, dem Körper eine angemessene Heilung und Erholung zu bieten. Was die Komplikationen nach der Behandlung angeht, können Nachblutungen, Schädigungen der umliegenden Körperteile oder Organe (wie beispielsweise Nervenbahnen oder Blutgefäße) oder Infektionen, welche Entzündungen nach sich ziehen, auftreten. Schmerzen und Schwellungen gehören eher zu den häufigeren Erscheinungen nach einer Operation.

Vor allem im Unterkiefer besteht die Gefahr, Nerven bei dem Eingriff zu beschädigen. Um das zu vermeiden, nehmen die Zahnärzte Röntgenbilder auf und machen sich ein Bild von Ihrer Anatomie. Selbstverständlich operieren Zahnärzte immer mit größter Vorsicht. Dennoch kann es bei einem Eingriff im Bereich der Backenzähne zu einer Taubheit der Lippe kommen. Diese ist auf gewisse Reizungen der dort verlaufenden Nervenbahnen zurückzuführen. Die gute Nachricht ist aber, dass diese nach der Operation wieder abklingen. 

Gegen eventuell auftretende Komplikationen bei der Operation können sie nicht viel tun. Dafür sind sie auch extrem selten. Nach der Behandlung sieht es aber anders aus. Hier können Sie durch geschicktes Handeln Ihre Schmerzen minimieren. Auftretende Schmerzen behandeln Sie am besten mit Kühlpacks und Schmerzmitteln. Bei der Kühlung ist es wichtig, das Eis nicht direkt auf die Haut zu legen, sondern lieber in ein Tuch einzuwickeln. Nach einer Operation wird Ihnen Ihr Arzt mit großer Wahrscheinlichkeit Antibiotika verschreiben. Wenn aber zusätzlich Fieber auftritt, die Schmerzen nicht nachlassen oder sogar schlimmer werden sollten Sie schnell Ihren Zahnarzt anrufen.

Welche Komplikationen sind konkret bei einer Wurzelspitzenresektion möglich?

Komplikationen sind bei jeder Operation mit einzukalkulieren. Doch wenn die Operation gut und sorgfältig durchgeführt wird, sowie auf eine angemessene Heilung und Nachsorge geachtet wird, kann die Wahrscheinlichkeit vom Auftreten jeglicher Komplikationen minimiert werden. Unter Komplikationen versteht man konkret Nachblutungen an der Operationsstelle, Infektionen, welche zu weiteren Entzündungen führen können, Schädigungen der umliegenden Körperteilen, bzw. Organen wie das Nervensystem oder die Blutgefäße; und natürlicherweise können auch Schmerzen und Schwellungen auftreten. 

Die Gefahr während der Operation einen Nerven zu beschädigen ist vor allem im Unterkiefer prominent. Daher ist große Vorsicht geboten, die der Zahnarzt aber immer während der Operation mitbringt. Wenn die Entzündung an Wurzeln der Backenzähnen liegt und daher auch dort operiert wird, kann es zur Taubheit der Unterlippe kommen. Diese entstehen durch gewisse Reizungen des Nervensystems, die einerseits mechanischen Ursprungs sind, andererseits aber auch durch eine Entzündung ausgelöst werden können. Die Probleme klingen aber bei den meisten Patienten wieder ab.

Beschwerden lassen sich am besten durch eine Kühlung mit Eis und die Einnahme von Schmerzmitteln lindern. Die Einnahme von Antibiotika ist nach ärztlicher Anweisung sowieso immer nach dem Eingriff notwendig. Lassen die Schmerzen jedoch nicht nach oder tritt Fieber auf, konsultieren Sie Ihren Arzt!

Genesung nach einer Wurzelspitzenresektion

Die Nähte werden 7-10 Tage nach der Operation entfernt. Für die bestmögliche Genesung sollten Sie auf folgende Punkte achten:

Nach der Operation sollten Sie die Wunde nicht reiben. Vermeiden Sie am besten jegliche Irritation. Experten empfehlen die Verwendung von Mundwasser mit Chlorhexidin. Dieser Stoff wirkt antibakteriell und wird deswegen oft in Mundwassern verwendet. Auch mit dem Rauchen sollten Sie nach der OP aufhören und auf den Verzehr von warmen Speisen sowie den Besuch von heißen Orten, wie eine Saune, sollten Sie verzichten. Letztlich lohnt es sich noch, Anstrengungen zu meiden und sich weniger nach vorne zu beugen. 

Im 6. Monat nach der Behandlung ist die Anfertigung einer zahnärztlichen Kontrollröntgenaufnahme erforderlich. Danach ist eine halbjährliche Kontrolle bis zum Ende des 2. Jahres erforderlich. Insgesamt werden also 4 Kontrollen durchgeführt. In dieser Zeit bildet sich in ca. 80 % der Fälle im Bereich der Operation, wo nun ein Knochenmangel herrscht, ein neuer, gesunder Knochen. Danach kann der Zahn als abgeheilt angesehen werden und lange erhalten bleiben.

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass der Zahn, dessen Wurzelspitze entfernt wurde, bereits nicht mehr so belastbar ist wie vorher. Das ist beispielsweise bei der Anfertigung einer Zahnbrücke zu beachten.

Darüber hinaus gilt es zu beachten, dass es keine Garantie für den Erfolg des Eingriffs gibt: Wenn in den Monaten nach der Operation anhand des Röntgenbildes keine Besserung sichtbar ist, muss der Zahn möglicherweise trotzdem entfernt werden. 

Nichtsdestotrotz ist es auf allemal wert, wenigstens den Versuch zu Wagen, den Zahn mit einer Wurzelspitzenresektion zu retten. Die ohnehin hohe Erfolgsquote dieser operativen Maßnahme sorgt für ein wenig Aufmunterung, wenn dem Patienten bekannt wird, dass dies die letzte Chance ist, seinen Zahn zu retten. Wichtig ist neben der angemessenen Nachsorge auch auf die Vorbeugung zu achten. Die richtige Mundpflege kann einen großen Unterschied machen! Für mehr Informationen zu der richtigen Zahnpflegeroutine schauen Sie gerne nach den dazugehörigen Artikeln auf unserer Website.

Müssen Sie auf etwas nach der Wurzelspitzenresektion achten?

Nach der Behandlung gilt es, sich erstmal ausruhen. Sie sollten die Wunde in Ruhe lassen und auf keinen Fall reinstechen oder mit der Zunge irritieren. Außerdem hilft der Verzicht auf den Verzehr von Milchprodukten und -getränken in den ersten Tagen. Der Genuss von Alkohol sowie das Rauchen muss gemieden werden. Drei und sechs Monate nach der Behandlung wird eine Kontrollröntgenaufnahme gemacht. Ist auf dem Röntgenbild keine Verbesserung sichtbar, muss der Zahn leider entfernt werden. Das kommt allerdings sehr selten vor, denn die Erfolgsaussichten einer Wurzelspitzenresektion sind sehr hoch. Verwendet der Zahnarzt ein Operationsmikroskop, liegen diese bei über 90%.

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